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Der Kampf um das einzelne Baudenkmal

Sind Garagen und Tankstellenreste aus den 50er Jahren wertvoll?
(kgc). Wuppertal hat nach Köln die meisten Baudenkmäler. Die entsprechende Denkmalliste ist das Arbeitsergebnis der 1990er Jahre. Davon, dass die Unterschutzstellung längst keinen Ewigkeitsschutz bedeutet, kann die Untere Denkmalbehörde ein Lied singen. Ob durch private Immobilienbesitzer, öffentliche Einrichtungen oder die Kommune selbst, immer wieder werden Gebäude oder Anlagen in Frage gestellt. Bekannteste Beispiele sind die Müngstener Brücke und Schwebebahnhöfe, wie die Wagenhalle in Oberbarmen. In Ronsdorf wartet eine Stützmauer an der reformierten Kirche auf den Abriss. Dem Denkmalamt blieb außer einer Zustimmung keine Alternative, weil die Kirchengemeinde die denkmalgerechte Sanierung von 450.000 Euro niemals aufbringen kann.
Bei Vorschlägen für weitere historische Bauten reagiert die Stadt zurückhaltend. Ganze Denkmalbereiche, ob Beyenburg oder Brill, sind eher im Blick.

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen rund 200 Objekte aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1975 auf den Prüfstand. Davon wurden 35 als denkmalwürdig anerkannt, zuletzt Haus Pescher Am Freudenberg 75. Die Vorschlagsliste von 1996 enthält auch Objekte, die inzwischen abgerissen wurden: beispielsweise das Kaufhaus Hertie am Neumarkt und das Ronsdorfer Verwaltungshaus.
Neben öffentlichen Gebäuden, Wohn-, Verwaltungs- und Geschäftshäusern, Schulen, Kirchen, Kinos, technischen Anlagen und Kunstwerken können Bauten aus der Anfangszeit des Automobils die Stadtgeschichte widerspiegeln: Tankstellen, Garagen, Parkhäuser. Zehn Objekte wurden 1996 geprüft. Mit dabei der Sopp’sche Pavillon an der Bundesallee und die entkernte Tankstelle mit Garagen neben dem Barmer Bahnhof an Wittensteinstraße 320, nicht aber das Garagenensemble am Oberen Grifflenberg und die ehemalige Tankstelle in der Sternstraße.
Am 9. September2012  richtet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den bundesweiten Tag des offenen Denkmals aus, an dem 7.500 Denkmal geöffnet sind, darunter auch einige in Wuppertal. Informationen sind online erhältlich: www.tag-des-offenen-denkmals.de


Das geschwungene Dach, das einst die Zapfsäulen vor dem Wuppertaler Wetter schützte, erinnert in der Sternstraße an eine Tankstelle der 1950er Jahre.
Foto: Conrads


Dieser ehemalige Autoservice-Bereich an der Wittensteinstraße gehört inzwischen dem Eigentümer des Barmer Bahnhofes. Außer dem Abriss ist keine andere Lösung in Sicht.
Foto: Conrads


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