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Vorwerkpark

Der Vorwerkpark am Fuße des Toelleturms

Das sind die Gründer und Bewahrer des Vorwerk-Parks:

– Adolf Vorwerk (14.06.1853-20.08.1925)
– Wilhelm Vorwerk (13.01.1889-04.11.1967)
– Max Vorwerk (14.12.1896-1981)
– Max Jörg Vorwerk

(kgc). Adolf Vorwerk errichtete 1895 zunächst als Sommerhaus im Schweizer Villenstil den späteren Familiensitz, die „Villa Emma“ an der Friesenstraße 23 (heute Adolf-Vorwerk-Straße 23). Zur ergänzenden Ausstattung zählten die oberen Parkanlagen, ein Laubengang, untere Parkanlagen mit Steinbruch und Goldfischteich, Grotte mit Wasserfall, Badeteich und Pumpenhaus am Marper Bach. Die Villa wird bis 1959 bewohnt und später abgerissen.
In zeitlichem Zusammenhang mit dem Bau der „Villa Emma“ ließ Adolf Vorwerk auch einen 73 Meter langen Laubengang (Pergola) auf einer Stützmauer errichten, der die Grenze zu den Anlagen des Verschönerungsvereins bildet. Die Vereinbarung, dass die Sicht ins Marper-/Murmelbachtal nicht durch das Pflanzen von Bäumen verstellt wird, ist nicht von Dauer. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsteht Wald. Der Laubengang verfällt in einen Dornröschenschlaf, aus er erst nach der Wende zum 21.Jahrhundert geweckt wurde.
Um 1907. Adolf Vorwerk ließ um 1907 aus Naturliebe einen öden alten Steinbruch zum Rhododendronpark umgestalten. An der Planung soll der bekannte Wuppertaler Baumschullist und Züchter Nissen beteiligt gewesen sein. Nach dem Tod von Adolf Vorwerk übernahm Sohn Wilhelm die Verantwortung für die Parkanlage, die für die Öffentlichkeit unzugänglich blieb. 1950 wurde im Vorwerkpark wird ein Fischteich angelegt,außerdem verstärkt Rhododendron-Sträucher gepflanzt.
Anlässlich eines vom 4. bis 6. Juni 1993 stattfindenden Familientreffens ließ Familie Vorwerk ihren Privatpark durchforsten, einen Steg am Goldfischteich errichten und zugewachsene Wege frei legen. Beim Freischnitt des stark zugewachsenen Steinbruchs rutschen einige Hangteile ab. Geländer wurden aufgearbeitet und punktuell neue Pflanzungen vorgenommen.Für die Restaurierung des Vorwerkparks zeichneten verantwortlich: Planung durch Calles – De Brabant, Landschaftsarchitekten BDLA, Ausführung durch Jakob Leonards Söhne GmbH & Co.
Der zuvor für die Öffentlichkeit nicht zugängliche private Park wurde 2001 nach umfangreicher Sanierung inoffiziell geöffnet. Am 31. Mai 2003 fand die offizielle Öffnung des Vorwerkparks für die Öffentlichkeit durch Max Jörg Vorwerk in Anwesenheit von Oberbürgermeister Dr. Hans Kremendahl statt.

Aus „Bergische Blätter“, Ausgabe 10/2002, 18.05.2002, Autorin: Silke Nasemann:

Die grüne Oase
Direkt an die Barmer Anlagen angrenzend ist seit 2001 der Park der Familie Vorwerk für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit Mai 2002 blühen vor allem wieder die üppigen Rhododendron-Büsche.
Der Rhododendron gehört zu den ältesten Gattungen der Pflanzenwelt. Ursprünglich kommt er aus Asien und fand dort lange Zeit auch, vor allem in West- und Zentralchina und dem Himalaja, seine Hauptverbreitung. Dort wachsen die Büsche sowohl im subtropischen Dschungel der Wälder, als auch an Berghängen des Himalaya – bis über die Baumgrenze von 5.000 Metern hinweg -, angeregt durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und gleichmäßig übers Jahre verteilte Regenfälle. Den unterschiedlichen Standorten entsprechend gibt es auch zahlreiche Arten, die bei nur wenigen Zentimeter großen Zwergsträuchern anfangen und bei bis zu 30 Meter hohen Bäumen aufhören.
Bekannt waren Rhododendren neben Asien auch in Australien, Amerika, und den alpinen Gebieten Europas, was der Pflanze, die laut Übersetzung aus dem Griechischen eigentlich Rosenbaum heißen müsste, auch den Namen Alpenrose ein brachte. Von China über Amerika und die Alpen gelangte die Pflanze Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts in die botanischen Institute, zunächst Englands und dann nach ganz Europa. So ist es nicht verwunderlich, dass noch heute die Geburtsstätte zahlreicher Rhododendron-Züchtungen in englischen Baumschulen liegt. War und ist die Winterhärte ein wichtiges Ziel bei der Züchtung, so spielt heute zudem ein kompakter, gedrungener Wuchs eine große Rolle, sollen doch auch die kleinsten Gärten mit dem von Mai bis August prachtvoll blühenden Strauch verschönert werden.
Das sah zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ganz anders aus. Damals waren die großen Sträucher wie geschaffen, die weitläufigen Parks der wohlhabenden Familien zu verschönern. So legte kurz nach 1900 Adolf Vorwerk einen Park hinter seiner Villa an, angrenzend an die Barmer Anlagen bzw. den Barmer Wald mit dem Toelleturm und bis zum Murmelbachtal hinunterreichend, und pflanzte dort vor allem Rhododendron. In guten Zeiten seien bis zu sechs Gärtner beschäftigt gewesen, erinnert sich Adolfs Enkel und einer der letzten Vertreter der Vorwerk-Familie in Wuppertal, Max Jörg Vorwerk. Zwei Gärtner seien nur damit beschäftigt gewesen, die Abgrenzungen und Zäune, die Neugierige fernhalten sollten, wieder herzurichten, nachdem sie immer wieder beschädigt wurden.
Doch die Zeiten waren nicht immer gut. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden auf den Grünflächen Kohl, Möhren und sonstige Nutzpflanzen angebaut. Hinzu kamen Obstbäume, die auch heute noch stehen. In besseren Zeiten wurden die Beete wieder durch Rasen ersetzt, aber die Pflege wurde immer intensiver, zumal nur noch ein Gärtner zur Verfügung stand. Grund genug für Vorwerk, den Park so umzugestalten, dass die zahlreichen Grünflächen nun mit einem Großflächenmäher gemäht werden können. Vorwerk sieht es dabei als Verpflichtung gegenüber seinem Großvater an, den Park nicht sich selbst zu überlassen, sondern ihn auch weiterhin zu erhalten und zu pflegen. „Die Pflege ist sehr aufwändig und die Bevölkerung Wuppertals sollte ebenfalls Freude am Park haben können,“ so Vorwerks Gedanken. Denn die Neugier blieb bestehen, für Vorwerk dadurch sichtbar, dass auch weiterhin Abgrenzungen zerstört wurden. Die Idee, den Garten zu öffnen, lag nahe.
Doch die Pflege des Parks kostet viel Geld. Da die Gesellschafter von Vorwerk, denen auch das Grundstück mit Park und Villa gehört, nicht am Park interessiert sind, will Max Jörg Vorwerk mit der Öffnung eine Stiftung gründen, die für die jährlichen Pflegekosten aufkommen soll. Zum Kapital der Stiftung soll das Grundstück gehören, auf dem das ehemalige und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Luftkurhaus stand. Der Verkauf des Grundstückes soll die Kosten für die Parkpflege über Jahrzehnte sicher stellen.. Haken an der Sache ist, dass für das heutige Waldgrundstück am Toelleturm erst Baurecht geschaffen werden muss. Denn Flächen, die bebaut werden dürfen, bringen bekanntlich mehr Geld, als solche, die als Waldgebiet ausgewiesen sind. Mit der Vergabe des Baurechts tut sich die Stadt Wuppertal schwer. Zwar hat sie durch die Öffnung des Parks ein neues Ausflugsziel für ihre Bürger bekommen und auch das Waldstück muss an anderer Stelle zum Ausgleich für das Baurecht wieder aufgeforstet werden, aber Befürchtungen einer ungewollten Bebauung bleiben. „Zu Unrecht,“ wie Vorwerk meint. Denn der Vorstand der Stiftung soll immer aus dem jeweiligen Stadtoberhaupt Wuppertals bestehen, gemeinsam mit dem amtierenden Vorsitzenden des Barmer Verschönerungsvereins, weil sich die Barmer Anlagen und der Vorwerk-Park geradezu überschneiden und auch die Interessen von Stiftung und Verschönerungsverein gleich sind. Die Grünflächen sind für die Bewohner der Stadt zu erhalten! Als drittes Vorstandsmitglied sieht Vorwerk immer ein Mitglied seiner Familie vor, damit das Andenken an Adolf Vorwerk Aufrecht erhalten werden kann. Durch den Vertreter der Stadt hätte die Verwaltung immer ein Mitspracherecht, auch bei der Gestaltung des Grundstückes. Das Verfahren läuft und man wartet auf die Einwilligung der Forstverwaltung. Auch die Aufforstung an anderer Stelle erweist sich als Problem. „Dafür müsste erst der Landschaftsplan geändert werden, wurde mir eröffnet,“ klingt Vorwerk etwas verständnislos. Für ihn recht auch deshalb unverständlich, weil er die Kosten übernehmen muss.