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Denkmal Emil-Röhrig-Platz

Emil-Röhrig-Platz

Am 30. Oktober 1955 weihte der Barmer Verschönerungsverein „in dankbarer Erinnerung an einen bewährten Freund und Gönner“ den an der ehemaligen Bergbahnhaltestelle „Talblick“ angelegten Emil-Röhrig-Platz ein. Eine schlichte Tafel aus Ruhrsandstein vom 40 x 66 cm Größe mit der Inschrift:
„EMIL RÖHRIG PLATZ 1953“
wurde in der aus Bruchsteinen ausgeführten halbkreisförmigen Mauer eingelassen, die den Platz zur Hangseite hin abschließt. Zuvor hatten Oberbürgermeister Schmeißing und der 1. Vorsitzende des Barmer Verschönerungsvereins, Wilhelm Vorwerk, eine Metallkapsel mir Urkunde und Zeitdokumenten in einer Aussparung der Mauer hinterlegt, die dann von der Gedenktafel verschlossen wurde.
Emil Röhrig wurde am 31. Oktober 1858 in Barmen geboren. Sein Vater Wilhelm Röhrig besaß in der früheren Mittelstraße 23 eine Konditorei. Emil Röhrig wurde Prokurist der Textilfirma Barthels Feldhoff und ging 1908 nach Nordamerika. Ihm ist es zu verdanken, dass die Barmer Artikel in Amerika ein Begriff wurden, auch führte er Kunstseide und synthetisches Rosshaar in den USA ein. Er starb am 25. Oktober 1941 während deines Aufenthaltes in der Schweiz.
Er hatte in den Jahren seines Amerikaaufenthaltes seine Heimat Barmen und den Barmer Verschönerungsverein nicht vergessen. Regelmäßig überwies er dem Verein einen Jahresbeitrag von RM 300 und stiftete 1920 RM 10.000 sowie 1923 50 Dollar. Sein Neffe Paul Döpper, der auch in den USA lebte, überwies nach Kriegsende DM 25.000 aus dem Nachlass seines Onkels an den Barmer Verschönerungsverein. Zum Gedenken an den Spender einigte man sich auf die Herrichtung des Platzes, von dessen Ruhebänken man einen weiten Blick über Barmen genießen kann.
Anlässlich der „Regionale 2006“ wurde der Emil-Röhrig-Platz umgestaltet und eine optische Verbindung zur Bergbahntrasse geschaffen.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991; mit aktuellen Ergänzungen.

Ernst-von-Eynern-Platz: Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges

Ernst-von-Eynern-Platz: Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges

Am 17. Juli 1938 wurde das bereits seit 1930 geplante Ehrenmal für die Gefallenen des ehem. Reserve-Infanterie-Regiments 53 eingeweiht. Laut Kyffhäuserbund ist es „den 800 Söhnen der Stadt Barmen gewidmet, die allein beim III. Bataillon fürs Vaterland gefallen sind“.
Das Denkmal aus fränkischem Muschelkalk hat die Maße: Sockel 180 cm lang, 90 cm tief und 20 cm hoch, Postament 150 cm lang, 60 cm tief, 258 cm hoch. Schrift und Ornament sind erhaben gearbeitet. Im Betonfundament wurde eine Kassette mit Urkunden eingelassen. Den Entwurf des Bildhauer Fritz Lücken führte der Steinbildhauer Hugo Wesselmann aus.
Die Inschrift unter dem Relief eines Stahlhelms und den Jahreszahlen 1914 / 1918 lautet:
„DEN GEFALLENEN HELDEN DES RESERVE INF.REG. 53“
Das Reserve-Infanterie-Regiment 53, das während des Ersten Weltkrieg stets an der Westfront eingesetzt war, hatte im Raum Peronne-Verdun, in der Marne-Aisne-Schlacht und bei Cerny große Verluste erlitten. Von Anfangs 2.000 Mann aus Barmen, Solingen und Remscheid, die dem Regiment angehörten sind 1.500 gefallen. Insgesamt hatte das Wuppertal im 1. Weltkrieg 11.920 tote Frontkämpfer zu beklagen.


Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Adolf Werth

Denkmal Adolf Werth

Dieses Denkmal steht an der alten Landwehr, Nähe Moltkehain, im Barmer Wald. Am 15. Juli 1916 enthüllte der Bergische Geschichtsverein unter Vorsitz von Geheimrat Albert Molineus diesen Gedenkstein für den im Vorjahr gestorbenen Adolf Werth.
Der Stein, ein Granitfindling aus dem Odenwald, trug eine ovale bronzierte Kupferplatte mit der Inschrift
„ADOLF WERTH 1839 – 1915, dem Begründer des Bergischen Geschichtsvereins Barmen. Sein Lebenswerk war die Erforschung der Geschichte seiner Vaterstadt. 1915. Die Plakette fiel Metalldieben im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Am 5. Februar 1955 konnte sie durch gemeinsame Bemühungen des Barmer Verschönerungsverein und Bergischen Geschichtsvereins erneuert werden.
Adolf Werths intensiven Forschungen verdanken wir u.a. die „Urkunden zur Geschichte der Garnnahrung“, die er gemeinsam mit Wilhelm Crecelius zusammentrug, sowie die „Geschichte der Stadt Barmen“, die er 1908 vorlegte. Er ging der Barmer Schulgeschichte nach, verfolgte die Geschichte der Höfe vom Werth in Barmen und widmete all seine Kraft dem Wiederaufbau von Schloss Burg.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Arthur Schopenhauer

Denkmal Arthur Schopenhauer
In der Umgebung des ehemaligen Wohnhauses von Johann Caspar Engels (Robert Zinn, Engels & Co.) finden wir auch in der Biegung der Josef-Haydn-Straße die im Namen des Tierschutzvereins errichtete 1,20 m hohe Sandsteintafel, die an Arthur Schopenhauer erinnert. Gestiftet wurde die Tafel von Johann Caspar Engels.
Die inzwischen stark verwitterte Inschrift lautet:

Motto:
Tue Deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die Verlassen sind.
Arthur Schopenhauer 1788 – 1860.

In seinem Kampfe gegen die scheußliche Tiermisshandlung und gegen die ruchlose Vivisektion.
Der Wuppertaler Tierschutzverein.

In seinem Rückblick auf 75 Jahre erfolgreiche Tätigkeit in Wuppertal nimmt der Tierschutzverein 1937 besonders Bezug auf Arthur Schopenhauer und seinen leidenschaftlichen Kampf gegen die Vivisektion, dem der Tierschutz die philosophische Begründung verdanke.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Barmer Bergbahn

Denkmal Barmer Bergbahn

Am 22. Oktober 1984 wurde das Bergbahn-Denkmal enthüllt, das die Pensionskasse der Barmer Ersatzkasse anlässlich des 50-jährigen Bestehens und des 100. Geburtstages der BE K gestiftet hatte. Auf einem aufgepflasterten Fundament, eingebettet in Schotter aus groben Kieselsteinen, ruht ein altes Gleisstück mit Zahnstange, das beim Ausbau der Straße „An der Bergbahn“ sichergestellt werden konnte. Darauf wurde eine Achse mit Radkranz montiert, die von einem ausrangierten Wagen der Zahnradbahn in Stuttgart-Degerloch stammt. Reste der ehemals eigenen Barmer Bergbahn konnten für das Denkmal nicht verwendet werden, weil es nach der Verschrottung 1959 / 60 keine Teile mehr gab.
Laut Inschrifttafel gestaltete der Wuppertaler Architekt Max R. Wenner das Denkmal. Das fast parallel zur ehemaligen Bergbahnstraße Aufstellung fand. Die Idee dazu hatte Heinz Reistenbach, Vorstandsvorsitzender der Barmer Ersatzkasse.
Die Barmer Bergbahn war bei ihrer Inbetriebnahme 1894 die erste elektrische Zahnradbahn im Deutschen Reich, und da sie außerdem zweigleisig fuhr, galt sie als erste Bahn dieser Art auf der ganzen Welt. Vom 16. April 1894, dem offizielle Eröffnungstag, bis zum 4. Juli 1959, dem Tag der Stillegung. Tat die Bergbahn über 65 Jahre lang ihren Dienst, nur unterbrochen durch eine Zwangspause von einem halben Jahr. Hervorgerufen durch den schweren Bombenangriff auf Barmen am 30. Mai 1943.
Bei einer Steigung bis zu 16,8 % brauchte die Bergbahn für die gut 1,6 km lange Strecke von der Talstation beim Kraftwerk an der Clefer Straße bis zum Toelleturm nur 12 Minuten. Dazwischen lagen die Haltestellen „Stadthalle/Planetarium“ und „Talblick“.
Die Stillegung der Bahn wurde Mitte der 50er Jahre aus Kostengründen notwendig. Da viele Wuppertaler jedoch nicht bereit waren, aus nüchternen Erwägungen auf „ihre“ Bergbahn zu verzichten, gab es ein jahrelangen Tauziehen, das am 12. März 1958 zugunsten der Stillegungsbefürworter im Rat der Stadt entschieden wurde. Der 4. Juli war dann für viele Wuppertaler ein Tag der Trauer und des wehmütigen Abschieds.
Heute erinnert das 2007 auf die ehemalige Trasse versetzte Denkmal an eine Barmer Pioniertat, an den Aufbruch aus der Talsohle zu den Höhen und an Männer wie Albert Molineus und Adolf Vorwerk, deren Initiative und Opferfreudigkeit gemeinsam mit der anderer begeisterungsfähiger Mitbürger die Barmer Bergbahn zu verdanken war.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Emil Rittershaus

Am 20. Juni 1900 versammelte sich eine große Menschenmenge in den Barmer Anlagen, um das Denkmal für Emil Rittershaus zu enthüllen. Geschaffen wurde es von seinem Schwiegersohn Prof. Friedrich Schaper, Berlin.
Emil Rittershaus wurde am 3. April 1834 in Barmen, Kuhler Rotte 640, geboren und starb am 8. März 1897 in der Beckmannshofstraße, die wenige Wochen nach seinem Tod auf seinen Namen umgetauft wurde.
Er wird als Dichter und Kaufmann, Bürger und Künstler, Schwärmer und Idealist, Freimaurer und Christ charakterisiert. Man feierte ihn als großen Redner, ohne den im ausgehenden 19. Jahrhundert kaum ein nationaler Gedenktag gefeiert werden konnte, dem er nicht seine Stimme lieh und den er nicht verherrlichte.
Das Standbild wurde in der Gießerei Martin & Piltzing in Berlin gegossen und den Sockel aus schwedischem Granit lieferte die Firma Kessel & Röhl in Berlin. Bei der Sammlung für das Denkmal waren 26.162,12 Mark zusammengekommen, die Ausgaben betrugen aber 30.132,94 Mark. Der fehlende Betrag wurde von der hiesigen Loge „Lessing“ überwiesen. Während der NS-Zeit mussten die Freimaurerembleme am Denkmalsockel entfernt werden. Die fortschreitende Materialknappheit im Zweiten Weltkrieg führte dazu, dass das Bronzestandbild eingeschmolzen werden sollte. Ein Mitglied der Familie veranlasste aber, dass es auf einem Bauhof der Stadt versteckt wurde. Und so konnte es am 8. März 1947, zum 50. Todestag von Emil Rittershaus, wieder auf den Sockel gestellt werden. Der im Krieg beschädigte Sockel wurde gedreht, so dass die früher vordere Inschrift EMIL RITTERSHAUS 1834 – 1897 nun hinten zu lesen ist. Vorne wurde eine Tafel neu angebracht:
EMIL RITTERSHAUS, dem Dichter und Menschenfreunde errichtet im Jahre 1900.
1954 wurde zum 120. Geburtstag des Dichters der im Krieg abhanden gekommene Spazierstock kurzerhand durch ein Gasrohr ersetzt. Der 150. Geburtstag von Emil Rittershaus war Anlass einer Gedenkfeier, zu der die Gesellschaft Concordia und die Johannisloge „Hermann zum Lande der Berge“ und der Bergische Geschichtsverein in die Räume der Concordia eingeladen hatten.
Im Anschluss daran wurde am Denkmal in den Barmer Anlagen die von den Logen gestiftete Gedenktafel enthüllt, deren Inschrift
„Ihrem Meister vom Stuhl 1877-79 und 1883-1889
Freimaurerlogen Hermann zum Lande der Berge
Lessing
Im Wuppertale
als Stifterinnen“
mit dem Emblem der Freimaurer, Hammer und Winkelmaß, abschließt. Ausgeführt wurde die Tafel in Granit Balmoral durch die Steinmetzwerkstatt Walter Bardolatzy in Unterbarmen.


Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Ernst von Eynern

Im Juli 1907 ließ der Barmer Verschönerungsverein zu Ehren des im Jahr zuvor verstorbenen Abgeordneten Ernst von Eynern in den Barmer Anlagen auf einem Platz in der Nähe des „Saatkamps“ einen Gedenkstein errichten. Die Ausführung des Steins war dem Barmer Grottenbauer Friedrich Sauerzapf übertragen worden. Im Stil der damaligen Zeit türmte er Hausteine zu einem etwa 3 m hohen Hügel auf und fügte ihm in der Mitte einen unregelmäßig geformten Granitstein ein, der den Text „Ernst-von-Eynern-Platz“ erhielt. Heute besteht der Gedenkstein nur noch aus dem beschrifteten Mittelteil, dem einige der Grottensteine beigelegt wurden.
Ernst von Eynern wurde am 2. April 1838 in Wupperfeld geboren und er starb in der Nacht vom 1. zum 2. November 1906 durch einen Unglücksfall in Barmen. 1875 wurde er als Nationalliberaler zum Stadtverordneten von Barmen gewählt, 1879 in den Provinziallandtag berufen und im selben Jahr durch den Wahlkreis Lennep-Remscheid-Solingen in den preußischen Landtag gewählt.
An der Seite Bismarcks verteidigte er 27 Jahre lang das Interesse des Deutschen Reiches gegen die Bestrebungen des demokratischen Fortschritts, des Ultramontanismus und des Marxismus, aber auch der orthodox-kirchlich eingestellten Konservativen. 1894 wurde ihm von Kaiser Wilhelm II. der erbliche Adel verliehen. Seine Witwe überwies 1907 dem Barmer Verschönerungsverein 20.000 Mark zum Andenken an ihren Gatten.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Ernst-Günter Plutte

Am 24. Februar 1981 nahm der Barmer Verschönerungsverein den 65. Geburtstag seines seit 1967 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Ernst-Günter Plutte zum Anlass, ihm auf besondere Weise für die gute Zusammenarbeit zu danken. Zwei schwere Felsstücke aus Grauwacke, die beim Bau der Dhünntalsperre abgesprengt worden waren, hatte man organisiert und von der Fa. Stein-Schultz mit der Inschrift versehen lassen:
„E.-G. Plutte 24. Februar 1981“
Die Steine wurden auf dem Panoramaplatz aufgestellt, den man von der Schiller-Allee aus nach rechts in Richtung Haus Dahl gehend, erreicht. Von dort aus hat man einen weiten Blick über Barmen. Die neben den Steinen angepflanzte Stieleiche entwickelte sich prächtig.
Ernst-Günter Plutte, geschäftsführender Gesellschafter der Fa. Peter August Lückenhaus in Wuppertal-Barmen (später Wuppertal- Langerfeld) wurde am 24. Februar 1916 in Düsseldorf geboren. Während des Zweiten Weltkriegs war er Soldat, zuletzt als Rittmeister und Schwadronchef in der Division Hoch- und Deutschmeister. Nach Kriegsende engagierte er sich ehrenamtlich für die Unternehmerschaft und wurde 1970 Vorsitzender der Arbeitgeberverbände Wuppertal und des Arbeitgeberverbandes der rechtsrheinischen Textilindustrie. Seit 1972 gehörte er dem Präsidium von Gesamttextil an und wurde 1980 der Präsident dieses Verbandes. Seit 1974 war er auch Mitglied der Vollversammlung der IHK. Dem Vorstand des Barmer Verschönerungsvereins gehörte er ab 1964 an und übernahm dessen Vorsitz im November 1967.


Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.

Denkmal Friedrich Engels jr.

Im Auftrag der Stadt Wuppertal wurde 1958 der Gedenkstein von dem Bildheuer Kurt Schwippert geschaffen. Die Inschrift: „Hier stand das Geburtshaus des großen Sohnes unserer Stadt Friedrich Engels. Er ist der Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus.“
Friedrich Engels am 9. Dezember 1880 in einem Brief an Eduard Mohrhenn in Barmen: „Ich kann nicht umhin, Ihnen meinen besten Dank zu sagen, für die Mühe, die sie sich gegeben haben, mit den Photographien meines Elternhauses im Bruch… Sozialdemokraten im Bruch das war allerdings eine kolossale Revolution gegen 50 Jahre früher. Eine noch größere würde es allerdings sein, wenn unser altes Haus eine sozialdemokratische Druckerei würde… Nun leben Sie wohl. Ich komme doch noch ens na Barmen, on dann well eck Se besöken, on dann vertellen Se meck, wat dat vör Sauereinen gewesen sing onger dat Sozialistengesetz.“

1989, Aus „Wuppertal, ein Stadtführer, Kurt Schnöring, GraphiumPress

Denkmal Friedrich Wilhelm Dörpfeld

Am 18. Juli 1903 wurde in Ringeltal der Barmer Anlagen das Denkmal für den Pädagogen Friedrich Wilhelm Dörpfeld enthüllt. Rektor Meis von der Kothener Schule hielt als Vorsitzender des Denkmal-Ausschusses die Weiherede und übergab das Denkmal Oberbürgermeister Dr. Lentze, der es in die Obhut der Stadt Barmen nahm.
Der Aufruf zur Errichtung des Denkmals ging von der Lehrerschaft aus und fand sowohl bei den Bürgern des Wuppertals und der Umgebung, als auch bei den deutschen Landeslehrer- und Provinzial-Lehrerverbänden großen Widerhall. Aus ganz Deutschland kamen Spenden, so dass schon bald 21.000 Mark zur Verfügung standen, von denen 15.000 Mark für das Denkmal bestimmt waren und der Rest einer Dörpfeld-Stiftung zugute kommen sollte.
Geschaffen wurde das Denkmal von dem Bildhauer Wilhelm Neumann-Torborg und Regierungsbaumeister Hans Dörpfeld, einem Sohn von Friedrich Wilhelm Dörpfeld. Die Figurengruppe, die während des Zweiten Weltkriegs abhanden kam, wurde 1954 in einem Fahndungsersuchen des Barmer Verschönerungsverein, gerichtet an die Zinnwerke Wilhelmsburg in Hamburg wie folgt beschrieben:
„Es handelt sich um eine Frauengestalt (Pädagogik) in Lebensgröße, sitzend, mit lose gelegtem Kopftuch und weitem Überwurf. Daneben steht ein Knabe, von ihrem linken Arm umfasst. Auf dem Schoß der Frau liegt ein großes Buch, worauf sie den Knaben hinweist.“ Doch die Suche blieb vergeblich.
Die Stadt Wuppertal bemühte sich nach 1950 gemeinsam mit dem Barmer Verschönerungsverein darum, das seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch in seinem architektonischem Aufbau mit Reliefbildnis und Inschrift erhaltene Denkmal wieder instand zu setzen. Dabei verfolgte man auch den Gedanken, Vater und Sohn Dörpfeld – also dem Pädagogen und dem Archäologen – das Denkmal gemeinsam zu widmen. Entwürfe für ein Relief, die der Bildhauer Joachim Wolf-Müller anfertigte, konnten aber aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden.
Friedrich Wilhelm Dörpfeld, geboren am 18. März 1824 in Sellscheid bei Wermelskirchen, starb am 27. Oktober 1893 in Ronsdorf. Als junger Lehrer kam er 1848 an eine einklassige Schule zu Heidt bei Ronsdorf. Bereits nach einem Jahr wechselte er zur vierklassigen Schule an der Bredde in Wupperfeld, als deren Hauptlehrer und Rektor er von 1849-1880 erfolgreich wirkte. Es ging ihm nicht nur um eine Wissensvermittlung, sondern vor allem um eine Erziehung zum selbständig denkenden und in christlicher Verantwortung handelnden Menschen. Dabei dachte er nicht nur an die ihm anvertrauten Kinder, sondern bezog auch die Familien mit ein, für die er erstmalig Elternabende einrichtete. Auch das geistige Rüstzeug der Lehrer lag ihm am Herzen. „Über Ethik“ und „Denken und Gedächtnis“ sollten zum Studium der Ethik und der Psychologie anregen. Allein 12 Bände seiner gesammelten Schriften zeugen von seinem Wunsch, das Lehramt zu reformieren und Kinder, Eltern und Lehrer zu einem gedeihlichen Miteinander anzuregen.

Aus dem Buch „Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal“ von Ruth Meyer-Kahrweg, Born-Verlag Wuppertal, 1991.