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Carl-Duisberg-Gymnasium feiert mitten im Umbau

In 150 Jahren viele gesellschaftliche Umbrüche
(kgc). 150 Jahre Carl-Duisberg-Gymnasium ist mehr als nur eine lange Zeitspanne. Auch mehr als eine Zeitreise von der Realschule 1. Ordnung (1861) am Barmer Hauptbahnhof über die Filialschule Wupperfeld (ebenfalls 1861) in der Sternstraße, höhere Bürgerschule (1867), ab 1874 Oberrealschule und Realgymnasium in der Von-Eynern-/Diesterwegstraße, Benennung nach Carl-Duisberg (1936) bis zum Umzug ins Schulzentrum Ost (1978). In den 150 Jahren erlebte Deutschland das Deutsche Reich, die Weimarer Republik, Nazi-Diktatur, Bundesrepublik und Wiedervereinigung mit allen bildungspolitischen Folgen.

In seinem Festvortrag zum schulischen Wandel berichtete Professor Dr. Klaus Klemm, ehemaliger CDG-Schüler (1951-1962) und Sohn des früheren Direktors Günther Klemm (1952-1969), dass Mädchen früher von der Bildung ausgeschlossen waren (Eltern protestierten 1861 für eine Mädchenklasse) und erst 1908 den Zugang zum Abitur bekamen. Heute machen mehr Frauen als Männer das Abitur! Der Zulauf zum Gymnasium wächst, um durch einen hohen Schulabschluss bessere Berufschancen zu bekommen. In diesem Ziel sind sich Eltern, Kinder und Unternehmen einig: für gute Produkte mit weltweiten Marktchancen werden hoch qualifizierte Mitarbeiter gebraucht. Allerdings: in den kommenden 15 Jahren sinkt die Zahl der Absolventen von einer Million auf 700.000. Eine Bedrohung für Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistung!
In seinem Rückblick musste Professor Klemm gestehen, dass höhere Schulbildung im 19. Jahrhundert nicht vor der Diktatur von Hilters Nationalsozialisten und den verheerenden Angriffskrieg geschützt hat.
Gerne hätte das Carl-Duisberg-Gymnasium nach der großen Sanierungszeit 2012 das Jubiläum gefeiert, doch der zuständige Dezernent Mathias Nocke erinnerte Direktorin Silvia Schwarz im Frühjahr, dass die Jubiläumszeit angebrochen ist. „CDG 150 Jahre in Bewegung“ schien den Verantwortlichen der passende Titel, der den Bogen von 1861 bis heute spannt und die gegenwärtig 1.440 Schülerinnen und Schüler einbindet. 129 Lehrer und Referendare bemühen sich um den Nachwuchs. Aus dem ehemaligen naturwissenschaftlichen Gymnasium hat sich eines der besten Gymnasien der Stadt entwickelt, mit den weiteren Schwerpunkten Sport und Musik.
Oberbürgermeister Peter Jung empfindet die gegenwärtig laufende 30 Millionen Euro kostende Sanierung als deutliches Zeichen der Stadt und richtige Investition in Bildung: „Die jungen Menschen brauchen für konzentriertes, kontinuierliches Lernen guter Inhalte einen modernen Rahmen. In den Grundschulen haben wir 14 Mensen geschaffen, jetzt sind die weiterführenden Schulen dran. Wir brauchten uns in Nordrhein-Westfalen nicht zu verstecken.“ Jung freut sich über den beschlossenen Schulfrieden, der eine Abkehr von Ideologie bedeutet und zur verstärkten Entscheidung der Eltern über Schulsysteme führt. Die Erziehungsberechtigten sind allerdings auch dafür verantwortlich, dass Schulen heute Defizite in den Elternhäusern ausgleichen müssen.
Nach Worten von Bernd Wiese von der Aufsichtsbehörde, der Bezirksregierung in Düsseldorf, haben sich mit der Änderung der Bevölkerungsstruktur die Bildungsanforderungen gewandelt. Es geht um Coaching für Jugendliche, Fördern und Fordern, individuelle Förderung, Teamfähigkeit und Wohlfühlen im Schulgebäude. Zum Schulalltag gehören heute externe Partner, von der Universität über Firmen bis zu Stiftungen. Das CDG betreibt mit Schulen in drei Ländern Partnerschaften.
Mit einer abwechslungsreichen Jubiläumsfeier in allen Räumen der historischen Stadthalle endet am 8. Oktober das Jubiläum „150 Jahre CDG in Bewegung“. Informationen dazu gibt es online: www.cdg-wtal.de. Die Festschrift kann zum Preis von 10 Euro bestellt werden: festschrift@cdg-wtal.de.

Festakt zum 150.: „Geburtstagskinder“ und ihre offizielle Gratulantenschar im Carl-Duisberg-Gymnasium.
Foto: Conrads


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